Medienbericht über rassistische Stimmung gegen Roma in Halle (Saale)

von Hendrik Kraft

Ein Bericht der “Jungen Welt” widmet sich den rassistischen Motiven der jüngst formierten “Bürgerwehr gegen Roma” im Bezirk Silberhöhe in Halle (Saale). Auf die Ankündigung erster Patrouillen der “Bürgerwehr” habe ein Bündnis namens “Halle gegen Rechts” am Mittwoch 200 Demonstrant_innen mobilisieren können (siehe auch mdr und mz). Wegen der rassistischen Attacken gegen eine Romni und ihr Kind werde von der Polizei ermittelt. In dem Bericht der Jungen Welt heißt es, die “örtlichen Behörden sind mit den Zuständen offenbar überfordert”.
Die “Bürgerwehr” habe noch weitere wöchentliche “Rundgänge” angekündigt, zudem “tauchten immer mehr Schmierereien mit rassistischen und NS-verherrlichenden Inhalten in dem Viertel auf”.

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Rassistische Attacken gegen Roma in Halle (Saale)

von Hendrik Kraft

In Halle an der Saale wurde eine Romni und ihr zweijähriges Kind von mehreren Kindern und Jugendlichen rassistisch beschimpft, bespuckt und mit Schlägen attackiert, wie mdr und Halle Spektrum gestern berichteten. Der Vorfall wird auf Facebook reihenweise rassistisch kommentiert, was einen exemplarischen Eindruck der herrschenden Stimmung gegen Roma vermittelt.

Einen Tag vor der gestrigen Attacke hatte der mdr gemeldet, die Anwohner_innen von Halle-Silberhöhe planten die Bildung einer “Bürgerwehr gegen Sinti und Roma“. Das lässt aufhorchen.
Denn es sind “Bürgerwehren”, die z.B. in Ungarn mit Gewaltaktionen gegen Roma in Erscheinung treten. Und zur Erinnerung: den Rostocker Pogromen 1992 ging die Gründung einer Lichtenhagener Bürgerwehr voraus, deren Zweck es war “aufzuräumen”.

Während die Ereignisse in Halle eine konkrete rassistische Bedrohungslage belegen, spricht der mdr fortwährend verharmlosend von einem “Konflikt zwischen Anwohnern und Zuwanderern” und beschreibt in den beiden verlinkten Beiträgen ausschließlich die Sicht der “Anwohner”.