Filmtrilogie Melanie Spitta und Katrin Seybold 22.-24.02. in der Werkstatt der Kulturen, Berlin

In Kooperation mit der Werkstatt der Kulturen, Berlin veranstalten wir vom 22.02. bis 24.02. um 19.30 Uhr die Filmtrilogie Melanie Spitta und Katrin Seybold. An den Tagen werden die Filme “Schimpft uns nicht Zigeuner”, “Es ging Tag und Nacht, Liebes Kind: Zigeuner (Sinti) in Auschwitz” und “Das Falsche Wort: Wiedergutmachung an Zigeunern (Sinti) in Deutschland?” vorgeführt. Im Anschluss an das Filmscreening findet eine Diskussion statt.

“Schimpft uns nicht Zigeuner”

Dokumentarfilm von Melanie Spitta und Katrin Seybold, 43 min., 1980.

Donnerstag 22.02.2018 um 19.30 Uhr, Eintritt: frei, um Spenden (3-10 EUR) werden erbeten.

Zwei junge Sinti, Linda und Gallier, erzählen von sich, von ihren Sitten und von ihrem Volk. Szenen aus dem Leben in den großen Familien, bei der Arbeit und in der Schule verdeutlichen ihre schwierige Lage: Passt man sich nicht an, weil man Sinto bleiben will, ist die Lage hoffnungslos, und wenn man sich anpasst, dann heißt das: Verschweigen der Herkunft oder hin und her gerissen werden zwischen zwei Welten, der der Mehrheit und der der Minderheit. Es wird der Versuch unternommen, die immer wieder auftauchenden Vorurteile, wenn von “Zigeunern” die Rede ist, zu entkräften, indem uns die Sinti selbst Erklärungen dazu geben.

“Es ging Tag und Nacht, Liebes Kind: Zigeuner (Sinti) in Auschwitz”

Dokumentarfilm von Melanie Spitta und Katrin Seybold, 75 min., 1982.

Freitag 23.02.2018 um 19.30 Uhr, Eintritt: frei, um Spenden (3-10 EUR) werden erbeten.

Ein dokumentarischer Film über Leben und Kultur der in Deutschland lebenden Sinti, in deren Kultur das Erzählen eine wichtige Rolle spielt. Überlebende einiger Sinti-Familien erzählen von ihrem Leidensweg während des Dritten Reichs, als sie von den Nazis verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden. Im Herbst 1981 haben sie in Begleitung der Kamera zum ersten Mal nach fast 40 Jahren das “Zigeunerlager” in Auschwitz besucht.

“Das Falsche Wort: Wiedergutmachung an Zigeunern (Sinti) in Deutschland?”

Dokumentarfilm von Melanie Spitta und Katrin Seybold, 83 min., 1987.

Samstag 24.02.2018 um 19.30 Uhr, Eintritt: frei, um Spenden (3-10 EUR) werden erbeten.

“Were the Sinti ‘compensated’ after their persecution by the Nazis? Classic document about a gruesome mechanism. Or how the Sinti were still seen as a guilty party and culprits were regarded as independent experts. A comprehensive report of the persecution of German Sinti by the Nazis, seen from the point of view of the Sinti themselves. The film makers investigated whether the Sinti in Germany have received the `compensation’ they deserve. On their quest, they discovered material that had previously remained hidden; collected and hidden by the culprits with the intention of delaying compensation as long as possible if not to prevent it entirely. In an attempt to tackle the culprits with this evidence, the Sinti still turned out to be regarded as guilty.”

Filmemacherinnen:

© Barbara Mayr

Katrin Seybold war eine mehrfach preisgekrönte Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Über Regieassistenzen bei Hans Rolf Strobel und Edgar Reitz kam sie in den 1970er Jahren zum Film und arbeitete in der Folge als Regisseurin von Dokumentationen mit dem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus, Widerstand und Judenverfolgung. Seit 1994 war sie Mitglied der Akademie der Künste (Berlin).

© Carmen Spitta de Jonck

Melanie Spitta war eine Filmemacherin und Bürgerrechtlerin aus der Minderheit der Sinti. In den 1980er Jahren arbeitete sie als Filmautorin zusammen mit der Regisseurin Katrin Seybold an Dokumentarfilmen über die Lage der Sinti in Deutschland, kämpfte als Bürgerrechtlerin für die Gleichstellung der Frauen unter den Sinti und in der gesamten Gesellschaft und arbeitete unentwegt als Beraterin und Publizistin. Bis sie, Katrin Seybold, Siegmund Wolf und Zeitzeugen der NS-Verfolgung sich im Rahmen der Dokumentarfilme daran machten, das Archivgut im Bundesarchiv zu sichten, gab es bis auf ein Foto von Eva Justin kein publiziertes Foto der Täter aus der Belegschaft der sogenannten “Rassenhygienischen Forschungsstelle”.

Ort der Filmvorführung:
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstr. 32
12049 Berlin

http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/spielplan/?datum=2018-02-01&filter=Komplett&detail=3776
http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/spielplan/?datum=2018-02-01&filter=Komplett&detail=3825
http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/spielplan/?datum=2018-02-01&filter=Komplett&detail=3826

Mit freundlicher Genehmigung des ZDF für die Produktion „Schimpft uns nicht Zigeuner“.
Mit freundlicher Genehmigung des Filmmuseums München für die Produktionen “Es ging Tag und Nacht, Liebes Kind: Zigeuner (Sinti) in Auschwitz” und “Das Falsche Wort: Wiedergutmachung an Zigeunern (Sinti) in Deutschland?”.