Matéo Maximoff – Förderung der Kultur und Dokumentation von Überlebensstrategien

Matéo Maximoff war ein Vertreter und Förderer der Kultur. Er verschaffte sich Geltung als erster Schriftsteller in Frankreich in der europäischen Literaturszene und als Bewahrer seiner Kultur. Seine Gesamtwerke sind in mehreren Sprachen übertragen worden. Bis zum Ende seiner Lebenszeit arbeitete er an einer Materialsammlung, sein Archiv umfassten: Filme, Fotos, Zeitungsartikel und Musikinstrumente (siehe Video2 unten).

In dem Nachwort von „Die Ursitory“, seines ersten Romans, wird folgendes Zitat von Eugéne Pittard wiedergegeben:

„Die Stunde wird leider kommen, wo, durch die Macht der Umstände, die Z**** sich mit den Massen der Bevölkerung vermischen werden. Vielleicht wird eines Tages sogar ihr Name verschwinden. Von den Menschen, denen es während mindestens fünf Jahrhunderten gelang, in einem organisierten und polizeilichen beaufsichtigten Europa ihren Typ, ihre Sitten, ihre Sprache zu bewahren, wird nichts übrig bleiben als ein Wort in den Handbüchern der Geographen, der Historiker und der Ethnologen.“

Kann die Vermutung dass Roma eines Tages vernichtet und ihre Kulturen ausgelöscht sein werden als verantwortungslos und bequem interpretiert werden? Erzeugt der Kommentar eine Passivität gegenüber den ungleichen Machtverhältnissen? Seit der Auswanderung ab dem 5. Jahrhundert aus Nordindien, überstanden sie viele Jahrhunderte hindurch unterschiedlichste Verfolgungsmaßnahmen, darunter Hinrichtungen durch das Rad oder den Galgen, die Galeerenstrafe, Versklavung und Brandmarkung, Registrierung und Deportation, Folter und Vergasung in den Konzentrationslagern. Trotz all der an ihnen verübten Verbrechen und dem nicht in genügendem Ausmaß vorhandenen politischen Vertretung sind sie ein Teil der Weltbevölkerung und leisten zudem viele kulturelle Beiträge. Diese erhalten jedoch größtenteils keine Anerkennung, weil sie nicht der nationalistischen und rassistischen Propaganda zusagen.

Aktuelle Ereignisse in der Ukraine bringt die alte Hetze zum Vorschein. In den letzten Monaten waren ukrainische Roma communities Ziel von zahlreichen Attacken. Diese stehen in Verbindung mit rechtsextremen Bewegungen, insbesondere die ultranationalistische Organisation C14 und die National Druzhyna Bewegung. Das Videomaterial von den Angriffen veröffentlichten sie in den sozialen Medien (siehe Video1 unten).

Am 7. Juni griffen sie eine Roma Community in einem Park an, die dort seit 15 Jahren lebte. Mit Hämmern und Äxten bewaffnet zerstörten sie alles und zwangen die Bewohner_innen zu fliehen. Am 23. Juni erstachen Ultranationalisten den 24 Jahre alten David Popp. Eine Gruppe maskierter Männer bewaffnet mit Messer und Ketten drangen in die Siedlung ein und überfielen die schlafenden. David Popp verstarb an Ort und Stelle an den Messerstichen am Kopf und an der Brust. Zudem wurden der 19 jährige Raja Popp, eine 30 Jahre alte Mutter und ihr 10 jähriger Sohn mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Am 2. Juli wurde eine 30 jährige Romni tot aufgefunden mit aufgeschlitzter Kehle in der Westukraine. Sie lief die Straße mit einem Wagen entlang um Schrott und Papier zu sammeln. Der unbekannte Mörder näherte sich ihr von hinten und schlitzte ihr die Kehle auf. Zuletzt ist das Gebäude eines Kindergartens in der Nacht des 15. Julis in der Westukraine abgebrannt.

Rechtsextreme Milizen, die Anschläge auf die Siedlungen verüben, verfolgen Motive der Sicherheit und Reinigung von “den Kriminellen” und gehen hiermit alter rassistischer Hetze nach. Die Aktivisten der rechtsextremen Organisation C14 informierten offen über ihre Beteiligung an den Ausschreitungen am 22. April als sie ein Camp in Kiew attackierten. Niemand von ihnen wurde festgenommen oder strafrechtlich verfolgt. Außerdem kündigten sie weitere Angriffe auf “gesetzwidrige Erscheinungen” von Roma an. Mitte Juni erhielt die C14 Gruppe sogar die Zusage vom ukrainischen Ministerium für Jugend und Sport für eine Finanzierung von 16.800 Dollar für ihr Kinder Sommer Camp. Dazu sollte erwähnt werden, dass nicht nur Erwachsene die Anschläge verüben. Bei den mutmaßlichen Tätern, die am 23. Juni mit Messer und Ketten in die Siedlung eindrangen und die schlafenden überfielen und David Popp erstachen, handelte es sich um Jugendliche.

Die mangelnde politische Interessenvertretung durch Mitglieder der Minderheit und die nicht ausreichende Vernetzung der attackierten Siedlungen, sind eine der Ursachen, warum sie nicht genügend Schutz vor den rechtsextremen Milizen erhielten. Diese Ursachen sind jedoch ein Teil der Auswirkungen der sozialen, politischen und ökonomischen Oppression. Es wird sich zeigen wie lange die Anschläge weitergehen, bis die attackierten sich physisch und juristisch wehren. Eines ist sicher, Roma communities hätten nicht über Jahrhunderte überlebt und die Kulturen bewahrt, wenn sie nicht wüssten wie sie sich selbst verteidigen müssen. Durch Mut, Flexibilität, Auswanderung, Aufteilungen, Verzweigungen und auch Wieder- Zusammenschlüsse wurden mehrere Überlebensstrategien entwickelt, die von außen nicht sichtbar sind.

Matéo Maximoff gründete seinen eigenen Verlag, nachdem er keine Unterstützung mehr erhielt. Er war unabhängig, Herausgeber und Verkäufer zugleich. Bis zum Ende verfolgte er seine Mission, von seinem Volk zu erzählen und das wahre Leben zu zeigen. “Wir müssen Bildung und Intelligenz unterscheiden und anerkennen, dass es weder den Manouche, noch den “Gitanos” an Intelligenz und Können fehlt. Ihre Spuren sind in allen Ländern gleich. Zeichen die der dortigen Bevölkerung unbekannt sind. Diese Zeichen sind unser geheimer Code, bis heute.” (Matéo Maximoff)

Video 1: Kyiv attack drives Roma community out (04:28 min.), Hromadske international, A Surge of Violence Against Roma People in Ukraine

“I haven’t been home in two years. I lived over there. It´s scary, we still can’t find two people.”

Video 2: Vergissmeinneint – Matéo Maximoff, Romancier, Arte F/ 2016, 27 min., Regie: Jacques Malaterre

“We must secure the existence of our people and a future for White Children” – Far-Right Group C14 Wins Funding From Ukrainian Government

Far-right radical group C14, who are responsible for a string of attacks on the LGBT and Roma community, will receive thousands of dollars in funding from Ukrainian Ministry of Youth and Sport, Hromadske Radio reports.

C14, together with organizations Educational Assembly and Holosiyiv Hideout, won a competition for “national patriotic education projects,” held by the Ministry of Youth and Sport. The winners were announced on June 8 by the commission responsible for the competition, headed by Deputy Minister Mykola Danevych.

https://en.hromadske.ua/posts/far-right-group-c14-wins-funding-from-ukrainian-government

In the attack on May 22, ERRC News reported that a group of masked men armed with guns and bats forced Roma families living near the village of Velyka Berezovytsia Ternopil to flee into the forest, and then set fire to their makeshift dwellings. Shots were fired and three people were injured in the attack. The terrified seven adults and 30 children lost all their property and documents in the arson attack. Doctors at the local hospital were forced to call the police when the injured Roma came under renewed attack as they were being brought in for treatment.

Just a week earlier, in the village of Rudne in the Lviv region, a 30-strong gang of masked men descended upon Roma shacks at 2a.m. on May 10, dragged people out of their beds, beat them and set their homes alight, destroying all their belongings and forcing them to flee. Police and ambulance responders were on the scene, but no arrests were made. The victims’ whereabouts are unknown.

This attack came just 10 days after members of the neo-Nazi paramilitary group C14 filmed themselves carrying out a pogrom in the Lysa Hora nature reserve near Kyiv, where they drove fifteen families from their homes. As reported by ERRC on April 21, a C14 gang, carrying weapons, attacked the Roma. A video posted days later showed whole families with small children fleeing in terror, chased by masked men who hurled stones and sprayed them with gas canisters, before setting their tents ablaze.

What is especially sinister is the evidence of official collusion in each of these attacks. Following the first attack, the prominent C14 member Serhiy Mazur openly boasted on his Facebook page about the successful operation, as the result of collaboration between C14 and the Holosiyiv District Administration.

Prominent C14 member Serhiy Mazur openly boasted on his Facebook page about the successful operation.

The police took no action at first, stated that they had not received any complaints of violence or beatings, and claimed that local representatives and firemen were present during a clean up operation where rubbish left behind by Roma was burned. By April 25, the video footage, eyewitness accounts and media coverage forced the police to announce that a criminal investigation had been initiated.

Concerning the May 10 attack in the village of Rudne, the Kharkiv Human Rights Protection Group (KHRPG) reported that unknown persons visited the camp days before the attack and warned the Roma to leave. On May 10, the district administration news service announced that municipal workers, police and security “conducted an explanatory operation” with the Roma, after which they left the territory. Accounts from people in the nearby village suggest that police were actively involved in the attack. After being ordered to investigate by the Human Rights Commissioner, the National Police of Lviv region opened a criminal case of hooliganism.

As Jonathan Lee reported in ERRC News, after the third May 22 pogrom, one of the Romani women told our monitor on the ground: “I don’t trust the police. The next day I saw the police officer drinking coffee with one of the guys who attacked our camp.” She added “One of the guys who attacked us threatened to find us even underground if we dare to complain to the police”.

http://www.errc.org/news/anti-roma-pogroms-in-ukraine-on-c14-and-tolerating-terror

On 7 June 2018 Paramilitaries broadcast live pogrom against Roma on Facebook, the fourth in the last six weeks.

Axes and hammers were used by neo-Nazis from the Azov National Militia to perpetrate yet another assault on Romani people in Ukraine.

The organized assault was the fourth of its kind to be committed against Romani people in Ukraine during the last six weeks. The National Militia was created by veterans of the ultra- right Azoz Battalion in January and on 6 June issued an ultimatum, again through Facebook, to these particular Romani people instructing them to vacate their camp within 24 hours.

“When the police don’t act, the National Militia takes control of the situation,” the neo-Nazis posted to the social networking site. The extremists then published a 12-minute video edit of the attack on YouTube.

http://www.romea.cz/en/features-and-commentary/reportage/ukraine-paramilitaries-broadcast-live-pogrom-against-roma-on-facebook-the-fourth-in-the-last-six-weeks#.Wx1lDflPSmz.facebook

Local businessman shoots and kills 13-year-old Roma girl in Amfissa, Central Greece

A local businessman shot and killed a 13-year-old girl in the Roma settlement by the town of Amfissa, Central Greece, short after 8 o’ clock on Monday evening. The 34-year-old perpetrator is at large still Tuesday noon. Tension in the area is high as locals fear of revenge and members of the Roma community have already set the perpetrator’s car on fire and damaged his shop.

According to media reports, the shooter is a local man, a butcher, living in the village Viniani near the Roma settlement, while his shop is in the town of Amfissa.

“As every time, the butcher passed the settlement driving at a high speed. A group of Roma stopped him in order to admonish him. The dispute soon led to an exchange of insults and physical violence The butcher finally left for his village and returned a few moment later armed with a gun. From a spot higher than the settlement he shot and killed the 13-year-old girl and injured another resident,” notes news website zougla.gr that sent a reporter to the area.

According to neaselida.gr, the 35-year-old man injured in the leg is the girl’s father.

The girl died immediately with a bullet in her head.

The shooter left the area with his car which he abandoned a few kilometers away and most possibly went to hide in the mountains which “he knows like his hand.”

With the Roma community in shock, groups were quickly organized and left to find the perpetrator.

They discovered his car abandoned about 1.5 km away from the settlement and set it on fire.

Then they moved to the village and smashed his shop.

They blocked access to the camp thus making the police work harder.

Authorities did not intervene immediately after the murder, it was just Tuesday morning that a small group of Amfissa security team arrived at the crime scene however, the community initially did not allow access.

The Roma community is mourning and does not allow anyone to get close to the settlement – except some photreporters.

There is also about another version of the incident, according to which the butcher suspected the girl’s father as responsible for a theft in his home or shop and he went to the settlement to “settle” the issue. “He left his hunting rifle in the car and entered the settlement. There was a dispute with the community and he was beaten. He went to his car and returned armed with the rifle and the situation went out of control,” reports news website newsit.gr.

Some other media claim that the perpetrator was firing in the air.

The girl and the injured man were taken to a hospital, where doctors could only confirm her death. The man received treatment and released from the hospital.

According to zougla.gr, authorities but also locals suggest that the perpetrator does not intend to surrender fearing immediate reprisals.

The relationship between the butcher and the small Roma community has been tense for quite some time due to his habit to increase speed while passing by the settlement, where a lots of children play around.

It looks as if there have been a kind of vendetta between the Roma community and the broader family of the perpetrator.

According to latest reports, after the murder the perpetrator’s family and relatives left their homes and sought refuge in homes of friends. They fear of reprisals especially after the damages at the shop of the shooter’s brother.

The police, aware of the seriousness of the situation and the risk of a wider explosion in the area because of this feud, acts with discretion, while its first priority is to capture the perpetrator, media report.

In a statement issued by the police of Amfissa-Delphoi said it is seeking to capture the perpetrator and has ordered an autopsy to the girl’s body.

While police has launched a manhunt, strong police forces have been deployed to Amfissa from other regions in order to keep law and order, as the atmosphere is very explosive.

Deputy Labor Minister, Theano Fotiou, described the murder as “tragedy” and said that this and another Roma settlement were to be relocated soon in an area made available by the Ampfissa municipality. “The Roma community has already agreed with the relocation plans in order to escape the miserable living conditions they have been living in,” Fotiou said.

The mayor of Delphi told state broadcaster ERT at Tuesday noon he could not say what exactly had happened.

The truth will shine once police has captured the shooter.

http://www.keeptalkinggreece.com/2018/06/05/amfissa-businessman-kills-roma-girl/

TÄTER IN UNIFORM

15. Mai 2018 – Bayern 2 Radio

Täter in Uniform. Polizeigewalt in Deutschland von Marie von Kuck

Prügelnde Polizisten, Rassismus im Amt? Die Polizeigewerkschaft spricht von schwarzen Schafen. Von bedauerlichen Ausnahmen. Doch Amnesty International kritisiert seit Jahren strukturelle Polizeigewalt in Deutschland.

Ein Polizist mit Pistole und Schlagstock. Bild: picture-alliance/dpa/Wolfram Steinberg

8. November 1960 – Frankfurter Allgemeine Zeitung

Z*** wollen keine Blutrache (Hamburg)

„… Bei der Schlägerei hatte ein Polizeibeamter in letzter Not mehrere Pistolenschüsse auf die ihn bedrängenden Z*** abgefeuert und dabei zwei der Angreifer getötet und einen schwer verletzt. Daraufhin war in Hamburg die Befürchtung aufgekommen, dass die Z*** Blutrache üben würden, und die Hamburger Polizei hatte den Z*** für diesen Fall energetische Gegenmaßnahmen angedroht. Die Vermutungen über das weitere Verhalten der Z*** beendete jedoch der König der Sippe mit einem Besuch bei der Hamburger Kriminalpolizei. Nach Mitteilung der Polizei versicherte der Z***könig in feierlicher Form, dass die Mitglieder seiner Sippe keinerlei Blutrache planten und auch sonst keine Ausschreitungen von Seiten der Z*** zu befürchten seien.“