Ordnungsamt drangsaliert obdachlose Familien im Görlitzer Park

Offener Brief
von Dirk Stegemann*

an den Bezirksstadtrat Peter Beckers, die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, den Sozialstadtrat Knut Mildner – Spindler sowie die übrigen Mitglieder des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg
Berlin, 29.8.2014

Wir protestieren energisch gegen das gewaltsame Vorgehen und die Beschlagnahmung der Autos, dem derzeit einzigen Obdach einiger Familien, durch das Ordnungsamt. Wir fordern das Bezirksamt auf, das Vorgehen des Ordnungsamtes umgehend zu beenden, den Familien ihre Autos zurückzugeben und sich für familiengerechte Unterkünfte einzusetzen!

Seit August führt das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg erneut Nacht für Nacht Patrouillen im und am Görlitzer Park durch. Ihr Zweck ist offensichtlich, repressive Maßnahmen gegen obdachlose rumänische Familien durchzuführen, die dort mit ihren Kindern mangels Unterkunft in Autos, Zelten oder im Freien schlafen.

Den Berichten der Familien zufolge erscheinen die Patrouillen, bestehend aus vier bis fünf Personen in der Kleidung des Ordnungsamts, regelmäßig zwischen 0:00 und 3:00 Uhr nachts (Freitags um 6:00 Uhr morgens).

Sie wecken die Familien u.a. durch heftige Schläge auf deren Autos sowie durch Klopfen mit Schlagstöcken auf Metall- und Steinböden auf, vertreiben die Familien mit ihren Kindern aus dem Park und beschlagnahmen ihre Zelte. Kürzlich drohten sie mit einem brennenden Feuerzeug in der Hand, ein Zelt anzuzünden. Dabei beleidigten sie die Familien auf rassistische Weise.

Am 27.8.14 wurden 4 Autos der Familien abgeschleppt, nachdem die Insassen, unter ihnen Kinder, gewaltsam aus den Autos gezogen worden waren. Auch die persönlichen Sachen, die in den Autos lagerten und die die Betroffenen nicht direkt an sich nehmen konnten, wurden entsorgt. Dies alles geschah just an dem Tag, an dem die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket gegen „Sozialmissbrauch“ verabschiedet hatte.

Sicherstellungsprotokoll vom 27.08.14

Die Familien, die im Görlitzer Park übernachten, haben keinen anderen Ort, an dem sie schlafen können.
Einige von ihnen lebten seit dem letzten Jahr in der besetzten Gerhart – Hauptmann – Schule.
Da sie zum Zeitpunkt der Räumung dort nicht anwesend waren, wurde ihnen keine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Bei der Bereitstellung von Unterbringungen für die Bewohner*innen der Schule handelte es sich um eine strategische Maßnahme des Bezirkes mit dem Zweck, das Gebäude zu leeren. Seither weigert sich der Bezirk, auch nur übergangsweise die Kosten für die Unterbringungen weiterer Familien zu übernehmen, nicht einmal für diejenigen, die nachweislich vorher in der besetzten Schule lebten. Statt nach Unterkünften zu suchen, wird den Familien aus ordnungsrechtlichen Gründen noch das letzte Dach über dem Kopf genommen. Die Absicht des Bezirkes scheint eher darin zu bestehen, die Familien loszuwerden, als sich um konstruktive Lösungen für ihre Situation zu bemühen.

Es gibt in Berlin keine einzige familiengerechte Notübernachtung. Der Bedarf an Plätzen in Obdachlosen – Wohnheimen ist wesentlich größer als das Angebot. Den Familien, die aufgrund von Rassismus, institutioneller Diskriminierung und Armut ihre Herkunftsländer verlassen, bleibt daher momentan nichts anderes übrig, als im Park, im Auto oder in verlassenen Gebäuden zu schlafen. Bisher wurde nicht einmal die im Rahmen des ohnehin umstrittenen „Berliner Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma“ vorgesehene Notunterkunft für Familien, deren finanzielle Mittel seit Anfang diesen Jahres bereitstehen, eingerichtet.

Statt sich für menschenwürdige Bedingungen der ankommenden Familien einzusetzen, werden politische und mediale Debatten über einen angeblichen „Sozialmissbrauch“ geführt und Ängste vor der „Überflutung“ des deutschen Sozialsystems geschürt. Der Anspruch auf Unterstützung zum Lebensunterhalt als arbeitssuchende EU – BürgerInnen wird den Betroffenen von der Bundesagentur für Arbeit komplett verwehrt. Gleichzeitig wird ihnen durch die Diskussion über „Sozialtourismus“ pauschal unterstellt, sie seien nur zum Bezug von Sozialleistungen hier.

Mit dem neuen Gesetzespaket der Bundesregierung soll ihnen das Recht zur freien Wahl des Wohn- und Arbeitsortes, die im Europarecht verankerte Freizügigkeit, faktisch abgesprochen werden.
Die damit beabsichtigte Verhinderung von sogenannter „Armutszuwanderung“ vermischt sich hier auf unheilvolle Art und Weise mit Rassismus gegen als Roma wahrgenommene Menschen.

Das aktuelle Vorgehen des Ordnungsamtes von Friedrichshain-Kreuzberg gegen die Familien im Görlitzer Park fügt sich nahtlos in diese Politik der systematischen Diskriminierung von Roma und als Roma wahrgenommenen Menschen in Deutschland ein

Wir fordern:

1. dass das Wohl der Familien und der Kinderschutz über die Gesetze zum Schutz von Grünanlagen gestellt werden!
2. dass die rassistischen Übergriffe, repressiven Maßnahmen und Drangsalierungen seitens des Ordnungsamtes im Görlitzer Park aufhören!
3. Unterkünfte und längerfristig eine reale Perspektive auf selbstbestimmtes Wohnen für die Familien!
4. dass Rassismus der Kampf angesagt wird!
5. dass Armut bekämpft, statt von Armut Betroffene kriminalisiert werden

* Die Familien im Görlitzer Park und einige UnterstützerInnen

Kontakt:
unterstuetzung.famrum@web.de
0152-13640124

http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=46671&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=a62ecdf92f

„Euer Müll ist mein Brot“

SEVGIN (20) HAUST IN BERLINS ERSTER FAVELA
Der Bulgare lebt von dem, was wir wegwerfen. So ernährt er sich und seine Familie, mit der er im Kreuzberger Slum lebt

Von LUCAS NEGRONI und OLAF SELCHOW (Fotos)

SEVGIN (20) AUS BULGARIEN: „Ich lebe von eurem Müll“
SEVGIN (20) AUS BULGARIEN: „Ich lebe von eurem Müll“

Berlin –Mit einer Hand drückt er den Deckel der Mülltonne hoch. Dann beginnt er in den Essensresten zu wühlen, schiebt sie mit bloßen Händen beiseite. Vorsichtig reißt er eine der Abfalltüten auf, durchsucht ihren Inhalt. Wespen und Fliegen surren um ihn herum. Sevgin (20) findet eine noch verschweißte Packung Kekse und legt sie zu den anderen Dingen, die er gleich in den Anhänger seines Fahrrads packen wird.

Weil er weder Arbeit hat, noch Unterstützung vom Amt bekommt – sein Aufenthaltsrecht in Deutschland habe allein den Zweck der Arbeitssuche, heißt das im Amtsdeutsch – lebt Sevgin aus Bulgarien von dem, was wir wegwerfen. So ernährt er sich und seine Familie, mit der er im Slum auf der Cuvrybrache in Berlin-Kreuzberg lebt. Er sagt: „Ich wollte nie so leben.“

Seit rund einem Jahr lebt Sevgin im Slum auf der Cuvrybrache Foto: Olaf Selchow
“Seit rund einem Jahr lebt Sevgin im Slum auf der Cuvrybrache Foto: Olaf Selchow”

Sevgin steht um 8 Uhr auf, seine Frau Kader (20) bereitet ihm das Frühstück, brät Eier, er isst Käse dazu.
Dann steigt er auf sein Fahrrad mit dem Anhänger, fährt über den holprigen Lehmweg der Brache in Richtung Ostbahnhof. Täglich dieselbe Route. Sevgin sagt: „Ich kenne mich in der Stadt nicht aus, ich habe immer Angst, mich zu verfahren.“

An den Mülltonnen im Schatten einer Hochhaussiedlung stoppt er. Die Tonnen sind von einem Gitter umgeben, die Tür ist abgeschlossen. Sevgin legt sich auf den Rücken, krallt die Finger in das Metallgitter, zieht sich durch den schmalen Spalt unter der Tür ins Innere. Jetzt durchsucht er eine Tonne nach der anderen. Der süßlich-modrige Geruch steigt ihm in die Nase, in der Hitze jetzt ist es noch schlimmer, Sevgins Gesicht bleibt ausdruckslos. Ein Bügeleisen im Müll unterbricht die routinierte Suche: Sevgin greift nach der Kneifzange, kappt das Kabel am Schaft und steckt es ein. Das Bügeleisen lässt er im Müll liegen.

In einer Mülltonne findet Sevgin mehrere Leggings Foto: Lucas Negroni
“In einer Mülltonne findet Sevgin mehrere Leggings Foto: Lucas Negroni”

Am Nachmittag wird sein Vater Rushud (39) vor der Holzhütte auf der Brache sitzen.
Umgeben von Hunderten abgeschnittener Stromkabel, die auf kniehohen Haufen verteilt um ihn herum liegen. Mit einem Messer schnitzt er die Kupferstränge aus der Isolierung. Einmal in der Woche liefern er und seine beiden Söhne das Kupfer und das restliche Metall in einer Sammelstelle in Neukölln ab. Für Alu gibt es 60 Cent pro Kilo, für Kupfer 1,70 Euro. Pro Woche bekommen sie 90 Euro zusammen, das muss reichen für die siebenköpfige Familie.

Sevgin findet einen Computer, schraubt ihn auf. Minuten später betritt eine Frau mit zwei Mülltüten den Käfig. Wütend sagt sie zu ihm: „Ich möchte nicht, dass sie in meinem Müll wühlen, das ist Privatsache.“ Sevgin versteht das nicht. Er sagt: „Das ist doch Abfall, und ich lebe davon.“

Einen Computer, den er im Müll entdeckt, schraubt er auf und untersucht ihn nach wertvollen Bestandteilen Foto: Lucas Negroni Lucas Negroni
“Einen Computer, den er im Müll entdeckt, schraubt er auf und untersucht ihn nach wertvollen Bestandteilen Foto: Lucas Negroni Lucas Negroni”

Vater Rushud (39) sitzt vor der Hütte und sortiert Metallteile, die sein Sohn im Müll gefunden hat Foto: Olaf Selchow
“Vater Rushud (39) sitzt vor der Hütte und sortiert Metallteile, die sein Sohn im Müll gefunden hat Foto: Olaf Selchow”

Über 100 Mülltonnen durchsucht Sevgin an einem gewöhnlichen Tag, sieben bis acht Stunden dauert das.
Am Nachmittag fährt er mit dem beladenen Anhänger zurück auf die Cuvrybrache.

Seine Mutter Nurten (38) hilft ihm beim Abladen der Fundstücke: Drei Leggings, eine prall gefüllte Einkaufstüte voller Kabel, zwei Tiefkühlpizzen, eine Jacke, ein Computer, eine Fünf-Liter-Flasche Rotwein. Dann wäscht sich Sevgin in einer Plastikwanne in seiner Hütte. Das Wasser bekommt er vom Hydranten, das er später auf einem Gaskocher erwärmt.

Sevgin packt die Fundstücke aus dem Müll in den Anhänger seines Fahrrads. Nach sieben, acht Stunden ist er voll Foto: Olaf Selchow
“Sevgin packt die Fundstücke aus dem Müll in den Anhänger seines Fahrrads. Nach sieben, acht Stunden ist er voll Foto: Olaf Selchow”

Am Abend versammelt sich die Familie zum Abendessen vor der Hütte der Eltern.
Manchmal spielen sie Musik aus dem Radio, tanzen auf dem staubigen Boden, erinnern sich an die Heimat.

Sevgin sagt: „Ich vermisse meine Freunde zu Hause, vor allem meinen besten Freund Metin. Wir haben immer Fußball und Backgammon gespielt.“ Doch in Bulgarien war das Leben schlimmer als hier auf der Cuvrybrache.

Als türkischer Moslem wurde er diskriminiert, fand keine Arbeit. „Wir haben genauso in schäbigen Hütten wie hier gelebt, draußen am Stadtrand.“

Vor rund zwei Jahren kamen Sevgin und seine Familie nach Deutschland. Am Anfang lebte er mit seiner Frau Kader (20) noch in Wuppertal. Sevgin fand Jobs, legte Fliesen, strich Wände. „Wir hatten eine Wohnung, und ich habe gutes Geld verdient.“

Gemeinsam mit seiner Frau Kader (20) wohnt Sevgin in einer der selbst gebauten Hütten. In Bulgarien war es auch schon so. Das Ehebett haben sie vom Sperrmüll Foto: Olaf Selchow
“Gemeinsam mit seiner Frau Kader (20) wohnt Sevgin in einer der selbst gebauten Hütten. In Bulgarien war es auch schon so. Das Ehebett haben sie vom Sperrmüll Foto: Olaf Selchow”

Als keine Aufträge mehr kamen, kein Geld, zogen sie nach Berlin, wo Sevgins Eltern bereits im Cuvry-Slum lebten. Sein Vater half ihm, ein Haus für ihn und seine Frau zu bauen. In den Müllcontainern von Baustellen fanden sie das Holz und sogar ein Ehebett. Eine Woche lang bauten sie an der neun Quadratmeter großen Hütte. Kader kümmert sich darum, dass es sauber ist. Die Straßenschuhe bleiben draußen.

Sevgin spricht kaum deutsch, er weiß, dass er kaum eine Chance auf richtige Arbeit hat. So wird er auch morgen wieder losfahren, den Müll aus den Tonnen klauben. Und die Blicke spüren. Er sagt: „Für die Menschen auf der Straße sind wir keine normalen Menschen, weil ihr Müll unser Brot ist.“

Übersetzung: Sinan Senyurt
http://www.bild.de/regional/berlin/berlin/er-haust-in-berlins-favela-37176910.bild.html

GEWALT GEGEN ROMA

Niemand hat etwas gesehen
Von Axel Veiel

In diesem ehemaligen Roma-Camp in Pierrefitte wohnte Gheorghe Franzu. Foto: AFP/Thomas Samson
“In diesem ehemaligen Roma-Camp in Pierrefitte wohnte Gheorghe Franzu. Foto: AFP/Thomas Samson”

PARIS– Im Juni wurde ein Roma-Junge von Pariser Vorstadtjugendlichen halb totgeschlagen, nun hat er ausgesagt. Die Justiz tritt auf der Stelle.

Die Männer von der Stadtreinigung haben ganze Arbeit geleistet. Eine Plastikschaufel, ein Rollkofferrad, Stofffetzen und Teppichreste, mehr ist vom Roma-Lager am Rand der Pariser Vorstadt Pierrefitte-sur-Seine nicht geblieben. Die Bewohner scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Es heißt, sie hätten nach dem Verbrechen die Flucht ergriffen. Ein Verbrechen?

Am 13. Juni war der Roma Gheorghe Franzu, den alle nur Darius nannten, hier von zwölf Jugendlichen aus der benachbarten Mietskasernensiedlung überfallen und schwer verletzt worden.
Sie trägt den schönen Namen „Stadt der Dichter“. Passanten fanden den 17-Jährigen gegen 23 Uhr bewusstlos in einem Einkaufswagen am Rand der Nationalstraße Eins, die das Roma-Camp und die Vorstadtsiedlung voneinander trennt. Die Ärzte diagnostizierten einen mehrfachen Schädelbruch. Angeblich soll Darius in der „Stadt der Dichter“ ein paar Stunden zuvor bei einem Einbruch ertappt worden sein. Der Räuber, der im Erdgeschoss des ersten Wohnblocks der Allee Boris Vian erwischt worden war, trug jedenfalls ein rotes T-Shirt. Darius hatte an jenem Tag auch eines getragen. Und er ist vorbestraft, wegen Diebstahls.

„Du verschwindest besser“

So steht es zumindest in den Akten der Staatsanwaltschaft, die wegen gemeinschaftlich begangenen Mordversuchs und Entführung ermittelt. Das „Hochkomitee für die Unterbringung gesellschaftlich benachteiligter Personen“ hat ergänzend angemerkt, der Vorfall illustriere „wachsende Vorbehalte gegenüber den Roma“. Doch in der „Stadt der Dichter“ will davon niemand etwas wissen. Das Lager, die Roma, der Rachefeldzug? Aus den Augen, aus dem Sinn. Eine Frau, die vor der Tür eines Wohnblocks Einkaufstüten abstellt, wendet sich wortlos ab. „Haben Sie nichts Besseres zu tun?“ fragt eine das Haus verlassende Mitbewohnerin.

Ein Jugendlicher sagt dann doch etwas. Den Kopf kahl bis auf einen krausen Streifen, der die Schädelmitte markiert, die Arme muskelbepackt, die Beine in einer mindestens zwei Nummern zu großen Sporthose, steht er breitbeinig vor dem Eingang des am 13. Juni von einem Einbrecher heimgesuchten Plattenbaus. „Einen Rachefeldzug gegen Roma gab es nicht, gibt es nicht, und du verschwindest jetzt besser“, sagt er. Die letzten Worte gehen unter im Lärm eines über Pierrefitte hinweg donnernden Düsenjets. Der Pariser Flughafen Charles de Gaulle ist nicht weit.

Der Polizei ergeht es kaum besser. Auch sie stößt auf eine Mauer des Schweigens.
Um sie zu brechen, hat die Staatsanwaltschaft Zeugen Anonymität zugesichert. Geholfen hat es nichts.
Die Ermittlungen gegen rund ein Dutzend Verdächtige im Alter von 16 bis 17 Jahren kommen kaum voran.

Die Ärmsten der Armen sind in Pierrefitte-sur-Seine gestrandet. Zumal Nachfahren schwarzafrikanischer Einwanderer schlagen sich hier durch. An einer Straßenecke bieten sie Jacken und bunte T-Shirts aus Kunstfaserstoffen an, die billigsten zu zwei, die teuersten zu fünf Euro. Daneben stapeln sich Plastikreisetaschen – für Menschen, die sich oft als unerwünscht erleben, besonders wichtige Utensilien. Der Drogenhandel floriert. Von Polizei und Justiz fühlen sich die Bewohner weniger beschützt als bedroht.

Aber auch die Roma schweigen. Die Polizei, das sind für sie Räumkommandos, die sie im Morgengrauen mit einem „allez, vite“, „los geht’s, schnell“ aus dem Schlaf reißen und aus ihren Camps vertreiben.
Das sind Uniformierte, die sie in Paris gezielt aus dem Strom der Passanten herausgreifen und kontrollieren. Im Fall Darius würden die Roma auch schweigen, weil sie Angst vor weiteren Racheakten hätten, vermutet die Polizei. Nach den Sommerferien will sie früheren Camp-Bewohnern Verdächtige präsentieren. „Ich glaube allerdings kaum, dass das etwas bringt“, sagt ein Ermittler. Beide Seiten hätten keinerlei Interesse, dass die Dinge ans Licht kämen.

Darius hat unterdessen ausgesagt. Mitte Juli ist er aus dem Koma erwacht.
Am 18. August hat er das im 10. Pariser Arrondissement gelegene Lariboisière-Krankenhaus verlassen.
Die Behandlung wegen Kalkablagerungen in den Knien, Nervenleiden und Bewusstseinstrübungen werde nun ambulant fortgesetzt, dreimal die Woche, erzählt Julie Launois-Flacelière, die Anwältin des Jungen.
Viel zu berichten hatte Darius nicht. Nach Auskunft der Ärzte hat er schon nach den ersten Schlägen das Bewusstsein verloren. Erinnern konnte er sich offenbar an das, was am Nachmittag zuvor geschah.
Er habe nichts gestohlen, hat er beteuert.

Und dann ist da noch die Kindergärtnerin Houria, die sich zu Wort gemeldet hat.
Sie beklagt „eine dreckige Geschichte, eine abscheuliche Abrechnung unter Armen“.
Houria zeigt aber auch Verständnis für die Täter. Wer jahrelang sparen müsse, um sich ein Haushaltsgerät kaufen zu können, habe für Diebe wenig Verständnis, sagt sie.

Nach der Entlassung aus der Klinik ist Darius nun kein Sonderfall mehr. Zu den 20.000 im Lande lebenden Roma gehört er, die Frankreichs Regierung integrieren will. Als er noch Innenminister war, hatte Manuel Valls im vergangenen Herbst versichert, die Lebensformen der Roma und die der Franzosen seien nicht in Einklang zu bringen. Die Fremden täten gut daran, nach Rumänien oder Bulgarien zurückzukehren. Als Premier zeigte der Sozialist sich nun willens, diejenigen zu integrieren, die er gern losgeworden wäre, aber nicht losgeworden ist.

Die am Montag zurückgetretene Regierung hat Eingliederungspläne verabschiedet, Pilotprojekte gestartet. Wohnraum, Ausbildung und Arbeit für Roma soll es geben. Die bisherige EU-Justiz-Kommissarin Viviane Reding, die Paris hierzu in wenig diplomatischen Worten aufgefordert hatte, zeigt sich zufrieden.

Wohnraum und Arbeit fehlen

Mit gutem Willen ist es allerdings nicht getan. Wohnraum und Arbeit braucht es auch. Und sie sind knapp.
Die Arbeitslosigkeit, die Staatschef François Hollande bis Ende vergangenen Jahres in den Griff bekommen wollte, steigt kontinuierlich weiter. Bei elf Prozent liegt sie. Die Wohnungsnot verschärft sich ebenfalls.

Und wenn sich dann doch ein Quartier für Roma findet, erweist es sich oft als ungenügend.
Darius sollte eine Notunterkunft in einem Hotel bekommen. Doch er will mit seiner Familie zusammenleben, nach dem, was ihm widerfahren ist, erst Recht. Und sie ist groß. Rund 25 Mitglieder zählt sie. Gut möglich, dass er und seine Verwandten bald ein neues Lager errichten – auf irgendeiner Brache, die ihnen Niemandsland scheint, von der sie zumindest hoffen, dass niemand sie beanspruchen wird.

Die Justiz würde Darius dann womöglich aus den Augen verlieren. Aber vielleicht kommt es auf seine Aussage auch nicht mehr an. Vielleicht werden seine Peiniger ja gar nicht zur Rechenschaft gezogen.
http://www.berliner-zeitung.de/politik/gewalt-gegen-roma-niemand-hat-etwas-gesehen,10808018,28218822.html

Zum aktuellen Stand der Antiziganismusbeforschung

Dieser Artikel ist in „Prodomo – Zeitschrift in eigener Sache“, Ausgabe #18, April 2014, erschienen.

von MURAT YÖRÜK

Von einer Aufarbeitung des Porajmos¹ kann bis heute nicht die Rede sein. Die Bundesrepublik hat erst 1982 den bis heute „unterschlagenen Völkermord“ (Michael Krausnick) an den europäischen Roma anerkannt. Indes vernachlässigten sowohl Linksintellektuelle als auch ideologiekritische Diskussionszirkel die Kritik des Zigeunerhasses. Dieser beschämende Umstand scheint sich jedoch derzeit aus sehr beunruhigenden Gründen zu ändern. Massenhafte Abschiebungen von geduldeten Roma aus Deutschland und Frankreich ins Kosovo, mediale Hetze gegen „Zigeuner“ und sogenannte „Roma-Klau-Kids“ und insbesondere pogromartige Aufmärsche und Übergriffe in Südosteuropa – so geschehen im ungarischen Gyöngyöspata im Frühjahr 2011, als Schlägertrupps durch Romaviertel zogen – machen deutlich, dass ein Ende des aufkommenden Zigeunerhasses in Europa vorerst nicht in Sicht ist.

Die antirassistische Linke hat sich des Themas bereits angenommen; so gab etwa der Unrast-Verlag in den vergangenen Jahren mehrere Sammelbände und Monographien zum Antiziganismus heraus.
Im Unrast-Verlag hat man zwar zu „Theorieschwarten“ – um im verlagseigenen Jargon zu bleiben – ein instrumentelles Verhältnis, doch findet sich im Verlagsprogramm zwischen belletristischer Ramschware – mit Titeln wie „Dienstags gibt es Tantra-Sex“ oder „Der schwangere Mann“ – und Diskursanalyse buntscheckigste Lektüre für linksakademischen Nachwuchs mit ausgefallen bizarren Interessen: postkoloniale Gewissensberuhigung, „Geschlechterdschungel“, „Antirassismus“ und „Kurdologie“.

In diesem Umfeld haben junge Autoren, die sich mit dem sonst eher nachlässig behandelten Antiziganismus befassen, einen Nischenplatz gefunden. Dieser zunächst erfreulichen Entwicklung gegenüber ist allerdings Vorsicht geboten. Die betreffenden Titel des Unrast-Verlags behaupten zwar, eine Kritik geleistet zu haben – doch gilt es zu prüfen, ob dieser Anspruch erfüllt wird. Denn der Begriff der Kritik wird gerne im Mund geführt und ist häufig ein schnell benutztes Wort in Genitivkonstruktionen, um die vermeintliche Kritikleistung und nicht selten intellektuelle Zugehörigkeit in einem zum Ausdruck zu bringen. Überschriften, die mit Kritik des Antiziganismus beginnen oder mit Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments enden, sollten sich gegen die Skepsis bewähren, dass es sich um eine ledigliche Etikettierung handelt. Für diese Skepsis gibt es im Fall der anti-antiziganistischen Produkte des Unrast-Verlags handfeste Gründe, die im Einzelnen näher dargelegt werden sollen.

Jargon der Lückenfüller

Der Jargon füllt die Lücke aus, welche der gesellschaftlich notwendige Zerfall der Sprache schuf, in seligem Einklang mit seinen Konsumenten.
(Theodor W. Adorno)

Der Linksakademismus dieser Tage lebt sein wahnhaftes Anstürmen gegen das als logozentrisch diffamierte begriffliche Denken im Insistieren auf den Nominalismus aus. Das Ticket ins akademische Racket wird gesichert durch den Gebrauch ideologisch aufgeladener Edelsubstantive, die heute „Diskurs“, „Konstruktion“, „Othering“, „Repräsentationsregime“, „Bedeutungsproduktion“, „Perspektive“ und „Dekonstruktion“ lauten. Im Jargon des Wissenschaftsbetriebs indes ist das Substantiv „Lücke“ wie eh und je vorherrschend. „Der des Jargons Kundige braucht nicht zu sagen, was er denkt, nicht einmal reicht es zu denken: das nimmt der Jargon ihm ab und entwertet den Gedanken“ (Adorno). Die Arbeit des eifrig bemühten Wissenschaftlers sieht darum vor, eine Forschungslücke zunächst zu erspähen, um sie dann idealiter gekonnt und vorzeigbar – den theoretischen Vorlieben folgend und genügend – zu schließen.
Die Antiziganismusbeforscher jüngster Zeit arbeiten ebenso nach theoretischen Gutdünken, zwar mit politischem Anspruch, aber akademisch eingebettet. „Antiziganismus“ – so lautet ihr Credo – sei nämlich noch nicht ausreichend genug beforscht worden und es sei die Aufgabe des engagierten Wissenschaftlers, diese Lücke zu schließen. Mit ebensolchem Gestus treten die Herausgeber des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände“ (2009) auf und sie werden nicht müde, gleich siebenmal in der vierzehnseitigen Einleitung das Wort „Lücke“ in verschiedenen Konstellationen zu gebrauchen, um es dann zur Sicherheit und damit es auch der letzte Hinterbänkler versteht, hier und da noch im Band zu platzieren. Solch ein Bedürfnis an Kitt auf einmal sieht man selten.

Bemüht sachlich, jedoch jargonhaft aufgebläht

So dürfte unter der Leserschaft des Unrast-Verlags die Freude darüber groß gewesen sein, dass Markus End (S. 95-108), der sich als Chefdenker dieses linksakademischen Stoßtrupps aufführt, bemüht sachlich Theodor W. Adorno und Walter Benjamin antiziganistischer Stereotype überführt zu haben glaubt. Die Arbeitsweise des Promovenden vom berüchtigten Zentrum für Antisemitismusforschung erinnert allerdings eher an Plagiatsjäger als an Adorno-Exegeten. Nach dem Motto: Auch ein blindes Huhn kann im Zeitalter der Digitalisierung ein Korn finden, scheint der Promovend in seiner Digitalen Bibliothek der Gesammelten Schriften Adornos zurecht gekommen zu sein und nach genau einem Schlagwort gesucht zu haben. Es hat acht Buchstaben und lautet: Z-i-g-e-u-n-e-r. Nicht anders lässt sich erklären, wie die Collage aus Zitaten zustande kam, welche wild aus Zusammenhängen gerissen, überwiegend aus musiktheoretischen Schriften und einem Schüleraufsatz Adornos entnommen wurden. Letztgenannter Aufsatz dient sogar als Hauptbeweisstück im Prozess gegen Adorno, durch den festgestellt werden soll, dass er bereits als Schüler allein durch die Verwendung des Wortes „Zigeuner“ ein Antiziganist gewesen sei. Die Einfallslosigkeit beim Adorno-Bashing, der Schweinsgalopp durch unverstandene Adorno-Zitate ist selbst für den Unrast-Verlag bemerkenswert. So heißt es großmäulig bei End weiter, die „Kritik des Antiziganismus“ sei in Adornos Werk – man staune – eine „Leerstelle“ (S. 95). Ferner kämen die Formulierungen, in denen Adorno das Wort Zigeuner verwende, in musiktheoretischen Schriften vor. Der Adorno-Kenner End hat eine Erklärung dafür: „Diese Verwendung hängt sicherlich wiederum mit dem klassischen antiziganistischen Stereotyp des ‘musizierenden Zigeuners‘ zusammen, das sich in Adornos Schriften besonders häufig findet“ (S. 99). Das war dann auch schon alles, was End über Adorno zu sagen hat, obgleich er betont: „Es liegt nicht in meinem Interesse, Adorno als Antiziganisten brandzumarken, wie häufig wichtigen Denker_innen Ressentiment nachgewiesen wird und sie damit als erledigt gelten“ (S. 97).

Die Abrechnung mit Walter Benjamin erweist sich als noch sonderbarer und End macht es sich noch einfacher. Triumphierend heißt es in einer für ausreichend gehaltenen Fußnote: „Im Umfeld des Instituts für Sozialforschung [sind] keine Arbeiten erschienen, die sich mit Antiziganismus beschäftigen. Einzige Ausnahme bildet die Rundfunksendung ‘Die Zigeuner‘, die Walter Benjamin für Kinder konzipiert hat. Diese zeichnet sich durch eine vollkommene unkritische Übernahme nahezu aller Klischees über ‘Zigeuner‘ aus, nur dass diese nicht negativ bewertet werden. […] Eine fundierte Kritik dieses Textes steht jedoch noch aus“ (S. 95). Da ist End allerdings nicht ganz informiert! Im Jahr 2004 stellte eine Praktikantin mit Doktortitel im Auftrag des Bundesamtes für Migration eine dreiseitige Expertise aus, mit der Forderung, aus Benjamins Text das Wort „Zigeuner“ zu streichen, da Kindern diese „diskriminierende Sprache“ nicht zuzumuten sei. Die von End mustergültig vorgeführte Realsatire solcher Adorno- und Benjamin-Nicht-Lektüre ist also symptomatisch für die narzisstische Selbstüberschätzung des akademischen Nachwuchses.
Es wird geschwind und von jeder Sachkenntnis befreit abgeurteilt, es wird frischfröhlich kolportiert und zum triumphierenden Vorwurf erhoben, jene inkriminierten Autoren hätten sich mit Antiziganismus nicht beschäftigt; gar noch schlimmer, sie hätten geradezu diesen selbst geteilt.

Ein „Begriffswirrwarr“ nach dem anderen

Die übrigen Beiträge im Sammelband zeichnen sich durch geistige Flexibilität, also Inkonsistenz der Begriffe aus. Während durchgehend übergenau von „Antiziganismus“ die Rede ist, ist manchmal aber auch „antiziganistischer Rassismus“ (S. 67), „Antiziganismus als spezifische Variante des Rassismus“ (S. 39) und „romaphob“ (S. 163) zu lesen. Zusammenfassen lassen sich die Beiträge so: Da ist zum einen eine Theoretikerin (S. 41-66), die über das „Verhältnis der Konstruktion von Geschlecht und Ethnie“ (S. 41) schreibt und das Kunststück vollführt, ihren Baukasten namens Doing Gender eins zu eins auf „Doing Gypsy“ (S. 43) zu übertragen, um am Ende die besorgte Frage zu stellen, ob „der dekonstruktivistische Diskurs als Forderung eines ‘Zigeuner‘ soll es nicht mehr geben verstanden“ werden könne (S. 66). Vielleicht dämmert hier schon ein Bewusstsein über die Unzulänglichkeit der eigenen Methode.
Da ist des Weiteren eine Empirikerin (S. 158-176), die ihrem Gegenstand eine willkürlich ausgesuchte Zeichentheorie aufstülpt, um den Gegenstand, der scheinbar „kaum Angriffsfläche zur Kritik zu bieten“ (S. 159) hatte, doch noch in die Knie zu zwingen, indem er in „Bedeutungsproduktion“ (S. 158), „Prozess des Othering“ (S. 165) und „Repräsentationsregime“ (S. 174) aufgelöst wird. Angeboten werden dann Sätze wie diese: „Entsprechend sind meine Ausführungen zu Bildern und Fotografien in einem diskurstheoretisch-konstruktivistischen Wissenschafts- und Weltverständnis verortet: Die Welt ist nicht an sich, sie wird [sic!] stets situiert“ (S. 160, Hervorhebungen im Original). Man fragt sich fast schon besorgt: An welchem Ort ist die Autorin bloß gelandet, wo die Welt tatsächlich „stets situiert [wird]“, und nicht bereits ist? Der konstruktivistische Selbstwiderspruch, der da besagt, es gebe keine Wahrheit, weil alles konstruiert sei – gleichwohl wird das für absolut wahr gehalten – tobt sich auf 20 Seiten aus und haut Sätze wie diese raus: „Schließlich ändern sämtliche wohlmeinende und doch paternalistische Intentionen der Fotografen nichts am grundsätzlichen Problem eines reduktionistischen Blicks auf Menschen hinsichtlich ihrer ethnischen Andersartigkeit und nichts an der Tatsache, dass diese Bilder aus ökonomischen Interesse gemacht wurden und damit anknüpfbar sein müssen an mehrheitsgesellschaftliches Wissen“ (S. 175, Hervorhebungen und Fehler im Original). Wie über „ethnische Andersartigkeit“ sonst geschrieben und geredet werden soll und was „mehrheitsgesellschaftliches Wissen“ ist – darüber gibt die Autorin keine Auskunft und bei Sätzen wie diesem darf sie sich nicht wundern, wenn der Leserschaft die Lust am Lesen vergeht, sind diese Sätze doch nichts als aufgeblähte Worthülsen, die beweisen sollen: Ich beherrsche den linksakademischen Jargon.

Da ist dann weiter eine Theoretikerin der Zeitschrift Exit (S. 24-40), die einen der interessanteren Aufsätze des Sammelbandes geschrieben hat und einige triftige Gedanken über „Zigeuner in der Arbeitsgesellschaft“ (S. 24) äußert. Am Ende aber bleibt es bei der wenig originellen Feststellung, es gebe einen „strukturellen Antiziganismus“ (S. 37), der mit dem strukturellen Antisemitismus vergleichbar sei und sich „in der Angst vor dem Abgleiten in die Asozialität“ (S. 29) gegen Arbeitslose, Obdachlose und ALG-II-Empfänger richte.

Die restlichen Beiträge bieten Medien- und Textanalysen über Kinder- und Jugendliteratur (S. 177-202) und zum „bundesdeutschen Erinnerungsdiskurs“ (S. 110-156), wieder andere sind im Verhältnis zu den hier vorgestellten theoretisierenden Beiträgen durch detailreiche Studien über Zigeunerhass in Rumänien (S. 204-232), Italien (S. 233-250) und Kosovo (S. 251-260) zwar interessant, aber erschöpfen sich durch die bloße Aufzählung historisch-empirischer Fakten. Wirklich empfehlenswert ist einzig der Aufsatz des Autoren Jan Severin (S. 67-94), der an der deutschsprachigen Ethnologie – der Tsiganologie – kein gutes Haar lässt und ihre Ideologieproduktion offenlegt.

Es wird nicht besser

Im Folgeband „Antiziganistische Zustände 2“ (2013) finden sich alle bislang kritisierten Punkte wieder: Theoretisierende Aufsätze finden sich unter empirische Arbeiten von Doktoranden gestreut, die ihre Forschungsergebnisse zum „Menschenhandelsdiskurs“ (S. 162-180), zur „Intersektionalität“ in Tschechien und der Slowakei (S. 181-196) und des Weiteren in drei Aufsätzen zu „Fremdbildern“ (S. 74-137) vorstellen. Länderstudien über Ungarn (S. 197-216) und Frankreich (S. 217-243) runden in lückenfüllendem Fleiß den Sammelband ab. Der durch nichts zu bremsende, abschnurrende Jargon ist weiterhin unerträglich und hält Sätze wie diese bereit: „Frappantes Auftreten, selbsternannte Ordnungsbefugnisse, sprachliche Performativität und die Kontingenz weiterer Provokation führen dazu, dass sich in der Folge räumliche Konstellationen neu ergeben“ (S. 211). Der Autor wollte wohl sagen: Zigeunerhasser marschierten in Ungarn uniformiert und bewaffnet in Romaviertel ein und übten Terror und Gewalt aus. Ganz krude wird es, wenn Abschiebungen von Roma in einem der vom Gegenstand ganz unbeschwert abstrahierenden Beiträge zur „Regierungstechnik“ (S. 217) und „Diskursverschiebung“ (S. 229) verklärt und kryptische Sätze wie diese auf unschuldiges Papier gedruckt werden: „Das spezifische Verhältnis der Aneignung, Kontextualisierung, Einhegung, Zurückweisung und Reformulierung antiziganistischer Rhetorik durch die französische Regierung und die auf einer leeren Menschenrechtsrhetorik basierende Zurückweisung derselben bei gleichzeitiger Fortführung des Diskurses über Roma und ihre vermeintliche defizitäre Einbindung in Strukturen nationalstaatlicher Kontrolle und kapitalistischer Produktion empfiehlt eine solche übergeordnete Perspektive auf den Diskurs in seinem strategischen Verhältnis zum antiziganistischen Ressentiment“ (S. 242f.)
Die Autorin wollte wohl sagen: 1. Gewalt an Roma verkläre ich euphemistisch zu „antiziganistischer Rhetorik“. 2. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Kapitalakkumulation und Zigeunerhass.
3. Zigeuner werden qua Herkunft als Überflüssige aus der kapitalistischen Produktion ausgeschlossen. 4. Das Menschenrecht steht nicht im Widerspruch zum Rassismus. 5. Ich bevorzuge den akademischen Nominalstil.

Im zweiten von Markus End herausgegebenen Band wiederholt sich die Tragödie. Zwar gibt End den akademischen Diskussionsstand über den Neologismus „Antiziganismus“ übersichtlich wieder, versucht sich an einer „Genese des Begriffs“ (S. 39) und präsentiert die bisherigen Definitionsversuche der Antiziganismusbeforscher sachlich genau. End ist jedoch nicht in der Lage, diesen nominalistischen Begriffspotpourri zu überschreiten oder zu kritisieren, sondern setzt dem Wirrwarr mit seiner eigenen Definition noch eins drauf (S. 47). Vorschläge wie „Romaphobie“, „Anti-Romaismus“, „Rassismus gegen Sinti und Roma“, „Zigeunerhass“ und „Zigeuner-Ressentiment“ schlägt er bemüht aus und macht sich stark für die „Verteidigung eines wissenschaftlichen Begriffs in kritischer Absicht“ (S. 39). Dies sieht allerdings so aus, dass End alle Einwände – etwa, dass „Antiziganismus“ ein Neologismus und dem Begriff des Antisemitismus angelehnt sei – zwar anerkennt, doch an „Antiziganismus“ beharrlich festhält. End betont, dass „das Phänomen nicht umstandslos unter die Begriffe ‘Rassismus‘, ‘Fremdenfeindlichkeit‘ oder gar ‘Antisemitismus‘ zu subsumieren und dadurch seine Spezifik zu verwischen“ sei, doch bleibt fragwürdig, warum dann „analytische Instrumente, insbesondere aus der Antisemitismus- und Rassismusforschung (…) von der Antiziganismusforschung – auch begrifflich – genutzt“ (S. 72) werden sollen. Zum Lesen empfohlen sei lediglich der Aufsatz der Autoren Geelhaar / Marz / Prenzel (S. 140-161). Die Autorengruppe beschreibt das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen als konformistische Revolte und zeigt, dass Medienanalyse und kritische Reflexion verknüpfbar sind. Lobenswert ist zumindest auch der „Versuch einer Bibliographie“ (S. 314-355)².

Es geht auch anders

In einer ganz anderen Liga hingegen spielt die Studie Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung (2011) des Literaturwissenschaftlers Klaus-Michael Bogdal, welche bereits jetzt als Standardwerk zählt und dem im März letzten Jahres der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen wurde. Das Buch ist bei Suhrkamp erschienen und liegt inzwischen auch in einer preisgünstigen Ausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung vor.

Bogdals Studie unterscheidet sich, und das kann hier als erstes festgehalten werden, von allen anderen Publikationen zum Zigeunerhass dadurch, dass er konsequent sein umfangreiches, in zwanzig Jahren mühsamer Forschung zusammengetragenes Material ausbreitet, es beredt macht und in einer klaren Sprache geschrieben kommentiert. Anders als im Wissenschaftsbetrieb üblich verschließt sich Bogdal nicht davor, die zitierten Darstellungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen und sie historisch einzuordnen, anstatt sie bloß schematisch zu dekonstruieren. Dies beruht auf seiner Insistenz, zwischen dargestellter Wirklichkeit und verstellter Wirklichkeit zu unterscheiden und erteilt damit konstruktivistischen Verfahren eine Absage, die sich vom Begriff der objektiven Wahrheit verabschiedet haben. Der interessierte Leser erfährt auf diese Weise detailliert über Zigeunerbilder nicht nur in der europäischen Literatur, sondern auch in der Geschichte und Politik Europas, wenn Bogdal aus der Betrachtung des Marginalisierten die europäische Kulturgeschichte der letzten 600 Jahre rekonstruiert. An die 300 bekannte und weniger bekannte Werke der europäischen Literatur hat Bogdal hierfür ausgewertet. Die Dokumente, die er heranzieht, sind vielschichtig: Es sind frühe Chroniken und Rechtsquellen, vor allem aber literarische Werke von Miguel de Cervantes und Alexander Puschkin bis Johann Wolfgang von Goethe und Victor Hugo. Auch die Erinnerungsliteratur der Sinti und Roma wird rezipiert.

Bogdal führt mit drei Leitfragen durch das Material: Wie sah der Wissensstand über Roma aus? Wie wurden sie präsentiert?
Und wie wurden diese Bilder weitergegeben? Bogdal legt eine Studie vor, die in einer historischen, drei etwa gleichgroße Kapitel umfassenden Chronologie – vom Spätmittelalter ausgehend bis in die Gegenwart – diese drei Fragen in äußerst verdichteter Form behandelt. Er erarbeitet „eine Genealogie des Wissens über ‚Zigeuner’ in all seinen Ausgestaltungen vom Gerücht bis zur akademischen Wissenschaft, von empirischen Beobachtungen und Lügen“; des Weiteren „eine Archäologie der Formen und Muster, in denen dieses Wissen repräsentiert und tradiert wurde“; und „schließlich eine Kulturgeschichte dessen, was (…) in das historische Gedächtnis Europas eingegangen ist“ (Bogdal 2011: 15). Eine „Erklärung des Nebeneinanders von Faszination und Verachtung“, (S. 10) räumt Bogdal ein, nicht gefunden zu haben und „nur“ eine „Textanalyse“ (S. 16) zu liefern. Somit bleibt zwar eine Ideologiekritik des Zigeunerhasses weiterhin aus, was zunächst einmal enttäuscht, doch Bogdal ist ein Glücksfund für zukünftige ideologiekritische Untersuchungen, die auf materialreiche Arbeiten angewiesen sind. Die vorliegende Studie ist die bislang umfangreichste Quellensammlung zum Thema.

Bogdal schildert zunächst eine verstörende Erfahrung.
Bei Recherchen über die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen – da beabsichtigte er noch nicht, eine Studie über den Zigeunerhass zu schreiben – stieß er auf die Aussage einer damals sechzehnjährigen Schülerin, die an den Ausschreitungen in Rostock teilnahm. In einem Interview teilte sie mit: „Wären Zigeuner verbrannt, hätte es mich nicht gestört. – Vietnamesen schon, aber Sinti und Roma egal“ (S. 9).

In der furchtbaren Opferhierarchie und stumpfen Bösartigkeit der Schülerin, die so lapidar die Roma entmenschlicht, kommt für Bogdal eine über Jahrhunderte tradierte Einstellung gegen Roma zu sich selbst.
„Sie sind ‚nicht Menschen wie wir’, kein Gegenüber, dem man Empathie entgegenbringen kann, weil sie das verkörpern, was der zivilisierte Europäer nicht sein möchte“ (S. 405).

Um dieser Entmenschlichung nachzugehen, führt Bogdal eine deutsche Quelle, eine Schrift des Chronisten Andreas von Regensburg aus dem Jahr 1427 an, in der in einer spätmittelalterlichen „Urszene“ die erstmalige Erscheinung einer Menschengruppe geschildert wird, welche dort als „gens Ciganorum, volgariter Cigäwnär“ (S. 23) bezeichnet werden. In Ungewissheit ihrer Herkunft wurden sie zu „Pilgern aus Ägypten“ erklärt, die zunächst durch Schutzbriefe Sicherheit genossen, alsbald aber für vogelfrei erklärt wurden. Die Frühzeit des Zigeunerhasses, in der sich erste Bilder über „Zigeuner“ verfestigten, bestand in Ächtung und Ausgrenzung, dann Vertreibung und Verfolgung. So hielt man sie für Gefährten des Satans (S.68ff.), ägyptische Magier (S.71ff.), Lumpengesindel (S.116ff.) und unzähmbare Wilde (S.133ff.). Sie standen für Betrug, Faulheit, Diebstahl und Schmutz; und schließlich verdächtigte man sie, für die Osmanen zu spionieren.

Die Entdeckung der Zigeunersprache und ihres indischen Ursprungs gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte dazu, dass die Roma schließlich als weiteres „Volk“ wahrgenommen wurden (S.154ff.). Durch die genaue Analyse von fünf Werken³ leitet Bogdal drei gesellschaftspolitische Strategien im Umgang mit Zigeunern ab, die für das 19. Jahrhundert bestimmend waren: disziplinierende Integration, individuelle Emanzipation und kulturelle Vereinnahmung (S.178f.). Dieses neuere Interesse seitens der Anthropologie und der vergleichenden Sprachgeschichte der Aufklärung leitete allerdings zur „Zigeunerromantik“ (S.214) über, in der Trivialisierung, Romantisierung und Idealisierung des „Zigeunerlebens“ vorherrschend sind.

Im Ausgang des 19. Jahrhunderts verschärfte sich der rassistische Blick auf die „Zigeuner“. Bogdal hebt hervor, dass sowohl der Zigeunerhass als auch der Antisemitismus sich aus dem Repertoire rassistischen Denkens bedienen und im „Bild des Parasitären, der verzehrt, was andere geschaffen haben“ (S.317) zusammentreffen. Trotz der Parallele stehe der Zigeunerhass allerdings eher dem Rassismus nahe: „An dieser Stelle lohnt die Bemerkung, dass Zigeunerhass und Antisemitismus meist zu Unrecht gleichgesetzt werden. Während den Juden zur gleichen Zeit unterstellt wird, dass sie ihre wirtschaftliche Macht im Zuge einer Verschwörung zur Erlangung der Weltherrschaft missbrauchen würden, reizt die Nichtigkeit und Infamie der Zigeuner, denen nicht einmal der Rang einer Rasse zugestanden wird, zum Hass. Die Juden repräsentieren das Andere, das man niemals sein kann. Die Zigeuner stellen das dar, zu dem man jederzeit werden kann, wenn man von der sozialen Leiter tief herabfällt“ (S.321).

Diese Position Bogdals unterscheidet sich deutlich von allen hier besprochenen Autoren. Die Antiziganismusbeforschung kokettiert nämlich gerne mit der Kritik des Antisemitismus und lange bevor Wolfgang Benz mit seinen unsäglichen Vergleichen zwischen Antisemitismus und Islamophobie Furore machte, war es der Historiker Wolfgang Wippermann, der zwischen Antisemitismus und Antiziganismus Vergleiche anstellte. Bis zum heutigen Tag hat Wippermann seinen Nachahmern den Grundton vorgegeben, und Sätze wie folgende gelten in der Antiziganismusbeforschung als konsensual: „Ich glaube, daß dieser Antiziganismus genau wie der Antisemitismus historisch gewachsen ist, weshalb beide Ideologien hier mit historischen Methoden analysiert und, wie schon mehrfach angedeutet, miteinander verglichen werden sollen. Dabei möchte ich erstens zeigen, daß Antisemitismus und Antiziganismus viele gemeinsame Züge aufweisen; zweitens daß diese Gemeinsamkeiten durch eine wechselseitige Übertragung von antisemitischen auf antiziganistische und von antiziganistischen auf antisemitische Vorurteile entstanden ist; drittens daß der Antiziganismus im Unterschied zum Antisemitismus niemals in Frage gestellt wurde, sondern immer zum ´kulturellen Code` der Mehrheitsgesellschaft gehörte, weshalb viertens der Antiziganismus im heutigen Deutschland dreimal so weit verbreitet ist wie der Antisemitismus.“ (Wippermann 1997: 13).

Dagegen konstatiert Bogdal: „Der Zigeunerhass [ist] nicht bloß ein Ableger des Antisemitismus, wie vielfach behauptet wird. Wenn man der Entwicklung der Beziehung der Romvölker zur einheimischen Bevölkerung genauer nachgeht, lassen sich für diese Auffassung, die sich nach 1945 angesichts der rassistischen Vernichtungspolitik Deutschlands durchgesetzt hat, die Juden und die „Zigeuner“ in gleichem Maße betroffen hatte, kaum Anhaltspunkte finden. In diesem Buch sollen die Romvölker nicht im Kontext der Geschichte des Antisemitismus und der Judenverfolgung betrachtet werden, in den sie auch von Sinti und Roma selbst aus nachvollziehbaren Gründen gestellt worden sind. Es soll gezeigt werden, dass Wurzeln, Gründe, Entwicklung und Funktion der Verachtung der Romvölker und der Faszination an bestimmten Elementen ihrer Lebensweise andere sind als die des Antisemitismus. (…) Die wichtigsten Unterschiede seien hier nur angedeutet. Während die Romvölker als geheimnisvolle Fremde unsicherer Herkunft galten, zählte das Judentum zu den Wurzeln europäischer Zivilisation und war mit einer anderen, dem Christentum, unlösbar verbunden. Eine ähnlich schwerwiegende Differenz zeigt sich im Hinblick auf die jüdische Selbstdefinition, die auf vielfältige Weise nach außen vermittelt wurde, während über die Kultur der Romvölker kaum etwas in Erfahrung zu bringen war.
Für die Faszinationsgeschichte ist von Belang, dass man die Lebensweise der ‚Zigeuner’, deren schriftlose, die mündliche Tradierung pflegende Gesellschaftsordnung mit den ‚Wilden’ außerhalb Europas verglichen wurde, schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts als Folklore idealisierte. Ohnehin wurden die besitzlosen Romvölker im Gegensatz zu den Juden als Erscheinung der Wälder, der Heide, der Steppen und der Wege wahrgenommen und nicht als Figuren der Städte, des Handels, der Wissenschaft und der Kultur“ (S. 11).

Wie problematisch eine auf reine Textanalyse beschränkte Arbeitsweise ist, wird im Abschnitt zum Nationalsozialismus besonders deutlich.
Aus Mangel an literarischem Material wirken die gerade einmal zehn Seiten aus dieser Zeit eher wie eine historische Marginalie denn wie eine umfassende Analyse. Hierin besteht die grundsätzliche Problematik in dieser Studie. Bogdal verzichtet auf die Reflexion seiner Arbeitsweise und das Verhältnis von Gesellschaft und Literatur bleibt unbestimmt. Darüber hinaus wünscht man sich auch eine Diskussion darüber, ob und wie trotz zigeunerfeindlichen Gehalts die vielen, auch literaturgeschichtlich bedeutsamen Werke dennoch ihre ästhetische Autonomie behaupten können, will man nicht in politisch korrekten Realismus und politisierte Sprache verfallen.

„Das Buch endet hier, nicht jedoch die Geschichte, die es erzählt hat“ (S.483) – so schließt Klaus-Michael Bodgal seine Studie ab und ähnlich möchte ich hier enden: Die Rezension endet hier, nicht jedoch die Kritik, die es nun erst zu entfalten gilt. Hierzu wäre erstens Arbeit am Begriff vonnöten, zweitens die materialistische Entfaltung der Kritik des Zigeunerhasses und drittens wäre das Verhältnis von Antisemitismus und Zigeunerhass zu bestimmen und zwar dergestalt, dass Relation und Unterschied deutlich benannt werden.

Besprochene Literatur:

Markus End; Kathrin Herold; Yvonne Robel (Hg.) (2009): Antiziganistische Zustände. Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments. Unrast-Verlag. Münster. 284 Seiten. 18€
Alexandra Bartels; Tobias von Borcke; Markus End; Anna Friedrich (Hg.) (2013): Antiziganistische Zustände 2. Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse. Unrast-Verlag. Münster. 358 Seiten. 19.80€
Klaus-Michael Bogdal (2011): Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung. Suhrkamp Verlag. Berlin. 590 Seiten. 24,90€

Zitierte Literatur:

Michael Krausnick (1995): Wo sind sie hingekommen? Der unterschlagene Völkermord an den Sinti und Roma.
Wolfgang Wippermann (1997): Wie die Zigeuner. Antisemitismus und Antiziganismus im Vergleich.
Theodor W. Adorno (2003): Jargon der Eigentlichkeit.

Anmerkungen:

1. „Das Romanes-Wort Porajmos bezeichnet den Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus” (Quelle: wikipedia).

2. Die Bibliographie ist online hier abrufbar: http://www.unrastverlag.de/images/stories/virtuemart/product/978-3-89771-518-9_bibliografie.pdf

3. Die Werke sind: Achim von Arnims Erzählung Isabella von Ägypten. Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe (1812), Walter Scotts Roman Guy Mannering oder: Der Sternendeuter (1815), Alexander S. Puschkins Poem Die Zigeuner (1827), Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame (1831) und Steen Steensen Blichers Erzählung Keltringleben (1829).